Teheran – 90 Tage vor dem Start der Fußball-WM in den USA, Kanada und Mexiko am 11. Juni ist weiter unklar, ob der Iran wegen des Kriegs im Nahen Osten an dem Turnier teilnehmen wird. Nachdem Sportminister Ahmed Donjamali das vor wenigen Tagen noch ausgeschlossen hatte, öffnet er nun doch die Tür für eine WM-Teilnahme seines Landes – unter einer Bedingung: Der Iran will die eigenen WM-Spiele aus den USA nach Mexiko verlegen.
Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna sagt Donjamali: „Ich hoffe, dass die Bedingungen geschaffen werden, damit unsere Jungs doch noch an der Weltmeisterschaft teilnehmen können.“ Mit dem Weltverband Fifa werde die Möglichkeit einer Verlegung geprüft. Der Sportminister weiter: „Es ist wichtig, alle sportlichen Aspekte sorgfältig zu nutzen, um eine Teilnahme doch noch zu ermöglichen.“ Die Fifa hat sich dazu bislang nicht geäußert.
Die iranische Fußball-Nationalmannschaft beim WM-Qualispiel im vergangenen Jahr gegen Usbekistan
Iran trifft auf Belgien, Neuseeland und Ägypten
Aktuell soll der Iran am 16. Juni in Los Angeles gegen Neuseeland in die Gruppenphase starten. Danach geht es am 21. Juni erneut in Los Angeles gegen Belgien. Am 27. Juni wartet dann zum Abschluss der Gruppenphase in Seattle das Duell gegen Ägypten.
Zuletzt hatte Donjamali noch in einem TV-Interview mit Blick auf WM-Gastgeber USA gesagt: „Da diese korrupte Regierung unseren Führer ermordet hat, haben wir unter allen Umständen keine Bedingungen, um an der Weltmeisterschaft teilzunehmen.“
Auch Irans Verbandschef Mehdi Tadsch brachte nach den Vorgängen um die Frauen-Nationalmannschaft seines Landes während des Asien-Cups in Australien einen möglichen WM-Verzicht ins Spiel. Tadsch: „Wenn die Weltmeisterschaft so aussieht – wer bei klarem Verstand würde seine Nationalmannschaft an so einen Ort schicken?“ Hintergrund: Nach dem Vorrunden-Aus beim Asien-Cup waren mehrere Spielerinnen in Australien geblieben und hatten humanitäre Visa erhalten.
US-Präsident Donald Trump (79/l.) mit Fifa-Präsident Gianni Infantino (55)
Donald Trump verweist auf Sicherheitsrisiken
Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump erklärt, dass es aufgrund von Sicherheitsrisiken nicht angemessen sei, dass der Iran bei der WM dabei sei. Der iranische Verband konterte daraufhin, dass die Fifa die Entscheidungen treffe.
