Berlin – Der Aufstand gegen das Mullah-Regime im Iran kostet immer mehr Menschenleben. Erschütternde Fotos und Videoaufnahmen aus dem Kahrizak Forensic Medical Centre in Teheran zeigen verzweifelte, trauernde Angehörige – und endlose Reihen von Toten in Plastiksäcken unter freiem Himmel. Opfer der iranischen Machthaber und ihrer Schergen.
Seit Beginn der Proteste gegen die iranische Führung vor zwei Wochen sind nach Angaben des in den USA ansässigen Menschenrechtsnetzwerks Human Rights Activists News Agency (HRANA) bislang mindestens 544 Menschen getötet worden – darunter auch Kinder und 47 Sicherheitskräfte. Die tatsächliche Opferzahl sei aber wohl höher, unbestätigte Berichte gehen von mehr als 2000 Toten aus. Die Proteste haben sich auf 186 Städte ausgeweitet.
„Es ist wie in einem Kriegsgebiet“
Der britische Sender BBC zitierte eine Quelle in Teheran am Sonntag mit den Worten: „Die Lage hier ist sehr, sehr schlimm“. Die Sicherheitskräfte hätten mit scharfer Munition geschossen. „Es ist wie in einem Kriegsgebiet, die Straßen sind voller Blut. Sie transportieren die Leichen in Lastwagen ab“, hieß es. Auch diese Angaben ließen sich zunächst nicht überprüfen.
Trauer unter freiem Himmel: Menschen weinen um ihre Angehörigen
Mehr als 10.600 Menschen wurden im Iran laut HRANA bisher festgenommen. Die Organisation stützt sich auf ein Netzwerk von Aktivisten innerhalb des Irans. Das Regime in Teheran hat bisher keine offiziellen Opferzahlen genannt. Beobachter im Ausland fürchten, dass die Mullahs die Internetsperre nutzen, um die Proteste weiter brutal niederzuschlagen.
Angehörige versuchen verzweifelt, ihre vermissten Angehörigen zu finden
Die iranische Führung blockiert seit Donnerstag das Internet, teils auch Telefonverbindungen. Damit will sie die Kommunikation zwischen den Demonstranten erschweren. Außerdem soll die Veröffentlichung von Berichten, Fotos und Videos über die Massenproteste unterdrückt werden. Eine Verbindung zur Außenwelt wäre über das Starlink-Satellitensystem von Tech-Milliardär Elon Musk (54) möglich, sofern die dafür notwendigen Terminals vorhanden sind.
Ein verzweifelter Angehöriger nimmt Abschied von einem Opfer des Mullah-Terrors
Teheran hat angekündigt, hart gegen die Demonstranten durchgreifen zu wollen. Jeder von ihnen könne als „Feind Gottes“ angeklagt werden, sagte Generalstaatsanwalt Mohammed Mowahedi Asad im Staatsfernsehen. Auch jene, die Unruhestiftern Hilfe leisten, könnten unter diesem Tatvorwurf, auf den die Todesstrafe steht, vor Gericht gestellt werden.
US-Präsident Donald Trump (79) hatte den Iran vor der Tötung von Demonstranten gewarnt. „Ich habe ihnen mitgeteilt, dass wir sie hart bestrafen werden, falls sie anfangen, Menschen zu töten, was sie während ihrer Unruhen, die ja häufig vorkommen, gerne tun“, sagte er. Aktuell weist der Präsident darauf hin, dass der Iran verhandeln wolle, ein Treffen werde vorbereitet.
Angesichts dessen, was im Iran passiere, müssten die USA allerdings vielleicht auch vorher handeln, warnte Trump mit Blick auf die andauernden Proteste. Indes verkündete Irans Außenminister Abbas Araghtschi (63), die Lage im Iran sei vollständig unter Kontrolle.
