Spiel 1 nach dem Sensations-Aus!
Nur 26 Stunden nach dem Rauswurf von Gordon Herbert müssen die Bayern wieder ran in der Easycredit Basketball-Bundesliga, siegen mit 83:55. Ein Rekordspiel! Die Telekom Baskets Bonn sind für das Knaller-Spiel in die Kölner Lanxess Arena umgezogen. 18713 Fans füllen die Arena. Wahnsinn. Die alte Bestmarke lag bei 18506, aufgestellt vor 25 Jahren beim Spiel Bonn gegen Alba Berlin. Jetzt stehen 207 Menschen mehr auf den Rängen und machen die Halle zum Tollhaus.
Für Herbert übernimmt sein bisheriger Assistent Mihajlo Mitic zusammen mit den anderen Co-Trainern. Er führt das Star-Ensemble durch den Abend. Ein neuer Headcoach soll bald kommen.
Sportdirektor Dragan Tarlac sagt vor dem Spiel bei Dyn: „Wir brauchen definitiv Hilfe bis zum Ende der Saison, wir haben nicht viel Zeit, die Entscheidung zu treffen. Es wird also noch eine weitere schlaflose Nacht heute nach dem Spiel, dann schauen wir auf die finale Entscheidung.“
Vor Sieg im Rekordspiel: Bayern-Sportchef erklärt das Herbert-Aus
Er begründet die Trennung so: „Bei allem, was wir im Sommer durchlebt haben, mit den Verletzungen, mit der Notwendigkeit, den Nummer-1-Point-Guard ersetzen zu müssen – all das hat zu diesem nicht guten Start in der EuroLeague geführt, speziell zu der Zeit, als es zur Länderspielpause ging und als Gordie nicht bei 100% war. Die Ergebnisse sind, wie sie sind im Moment, also haben wir nach einem neuen Impuls gesucht, was dazu geführt hat, dass wir eine Veränderung vorgenommen haben.“
Der Meister legt ohne Herbert los wie entfesselt. 6:0 nach 101 Sekunden, 23:9 im ersten Viertel.
Dann eine Szene, die für Kopfschütteln sorgt: Die Schiris pfeifen Offensivfoul gegen Bayerns NBA-Star Spencer Dinwiddie. Der Amerikaner fordert neunmal den Videobeweis, formt immer wieder das bekannte Rechteck mit den Händen. Doch der Check bleibt aus. Dyn-Experte Patrick Femerling sagt: „Der europäische Basketball ist einfach anders. Der ist hart. Da hat man keine Zeit, sich drüber aufzuregen.“
Zur Pause führen die Gäste 40:27. Doch Dyn-Kommentator Chris Schmidt ist richtig sauer – wegen eines Interview-Boykotts der Bayern.
Keiner beachtet ihn: Basketball-Kommentator will mitspielen
Schmidt: „Einen Spieler zum Interview wollen sie nicht stellen, haben wir gerade erfahren. Finde ich absolut unmöglich! Ein schlechtes Zeichen, wenn du ein Top-Team bist. Dir da die Rosinen immer extra herauszusuchen, die Kirschen herauspicken zu wollen. Und nicht einfach dem Standard nachzugehen, den die Liga vorgibt. Das muss auch mal in so einer Deutlichkeit gesagt werden. Einen Grund dafür gibt es nicht. Das sind zwei Fragen maximal, wir reden von einer Minute höchstens.“
Nach dem Spiel tritt immerhin Bayern-Weltmeister Niels Giffey vor das Dyn-Mikrofon.
Nach Wiederbeginn geben die Bayern weiter den Ton an. Auch wenn man ihnen natürlich den Reisestress anmerkt, da sie zuletzt elfmal in zwölf Spielen auswärts ran mussten.
Isiaha Mike ist mit 22 Punkten erfolgreichster Werfer bei Meister Bayern.
